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DAS ZITRONENGEWÄCHSHAUS VON PRA DE LA FAM

Sehenswürdigkeiten in Tignale

ADDRESS
Loc. Pra de la Fam - Porto di Tignale,
25080 Pra de La Fam – Tignale

CONTATS
Telefono: +39 0365.73354

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INFO

Öffnungszeiten: vom 20 März bis zum 10 Oktober. Jeden Tag von 10.00 bis 17.00 Uhr. 


Was sind diese hohen Pfeiler, die in den Himmel steigen, alle in einer Reihe, von weißen Steinmauern umschlossen? Der Gardasee bietet seinen Besuchern, besonders an der westlichen Riviera entlang, von Limone bis Salò, immer noch bemerkenswerte, anderswo nicht zu findende Beispiele architektonischer Strukturen, die ein greifbares Zeugnis einer Epoche und einer Kultur sind. Das sind die Reste der Zitronerien, die Goethe vor zwei Jahrhunderten beeindruckten: "Wir fahren an Limone vorbei, dessen in Terrassen angeordneten und mit Zitronen bebauten Gärten ein reiches und ordentliches Bild abgeben" (aus Die Reise nach Italien, 1786). Die Ursprünge der Zitronentreibhäuser, die dichterisch "Ziergärten" genannt wurden, gehen auf das XIII. Jahrhundert zurück, als der Anbau von Zitrusfrüchten auch am Gardasee eingeführt wurde. So entstanden diese riesigen, charakteristischen "Treibhäuser", welche die wertvollen Pflanzungen vor strengen Wintern schützen sollten. Die Einwohner der Riviera, die bis dahin, um zu Überleben, zähe und rustikale Schiffer oder Fischer waren, wurden nun zu "Gärtnern". Die Gesamtwirtschaft spürte das auf positive Weise, da die Produktion üppig, von hoher Qualität und fast ausschließlich für den Export in mitteleuropäische Länder bestimmt war, so dass sie einen hohen Verdienst einbrachte. Mit dem Schweiß auf der Stirn und Ausdauer lernten die Gärtner, Jahr für Jahr, aus den gemachten Erfahrungen, um so den Anbau zu verbessern. Sie vervollständigten die Strukturen der Zitronentreibhäuser und machten sie immer rationeller und produktiver. Der Gardasee wurde auf diese Weise zum nördlichsten Gebiet für den gewerblichen Anbau von Zitrusfrüchten auf der ganzen Welt. Die italienische Vereinigung und der daraus folgende Wegfall der Zölle, die Entwicklung der Transportnetze und das Absterben der Pflanzen wegen der Gummiflusskrankheit, führten zur schrittweisen Einstellung dieser landwirtschaftlichen Tätigkeit. Es bleiben heute noch, trotz des Verfalls, die Mauern übrig, die in ihrer Art einmalig und Zeugnisse einer sehr für die Wirtschaft des Gardasees florierenden Zeit sind, in der der Anbau der Zitrusfrüchte als eine echte Industrie angesehen wurde. Heute versucht man mit großem Einsatz diese Schätze zurückzugewinnen und zu schützen, um die geschichtliche und kulturelle Tradition und die Bevölkerung des brescianischen Hochgardasees zu ehren.

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